Faire Kosten für alle
ETFs sind so konzipiert, dass die mit dem Handel verbundenen Kosten ausschließlich von den Anlegerinnen und Anlegern getragen werden, die die betreffenden ETF Anteile kaufen oder verkaufen.
Werden neue ETF Anteile erstellen („Creation”), kann dies „in kind“ erfolgen. Dabei liefert ein Authorisierter Teilnehmer (Authorised Participant, AP) dem ETF direkt einen Korb aus zugrunde liegenden Wertpapieren, etwa Anleihen, und erhält im Gegenzug neue ETF Anteile. Entsprechend werden bei Rückgaben („Redemptions“) ETF Anteile an den ETF geliefert, und der AP erhält einen Korb von Wertpapieren. Wird statt Wertpapieren Bargeld geliefert, erhebt der ETF gegenüber dem AP eine Gebühr, die dieser an die Anleger weitergibt, um die Kosten für den Erwerb neuer bzw. den Verkauf der erforderlichen Wertpapiere zu decken.
Diese offene Struktur bedeutet, dass die ETF Gesellschaft keine Wertpapiere handeln muss, um die zugrunde liegende Nachfrage nach Anteilen zu bedienen, und der Nettoinventarwert (Net Asset Value, NAV) des ETF nicht durch Handelsaktivität verwässert wird. Stattdessen werden die Kosten für den Ein oder Ausstieg ausschließlich von den jeweils handelnden Anlegerinnen und Anlegern getragen und nicht auf alle Anteilinhaber verteilt.
Aktive ETF Manager können den In-Kind Creation-und Redemption-Prozess zudem strategisch nutzen, um die Portfolioumschlagshäufigkeit zu steuern. So lassen sich Wertpapiere nur dann in den ETF aufnehmen oder daraus entfernen, wenn es zur Strategie des Managers passt – ohne Handelskosten am Sekundärmarkt. Die Wertentwicklung aktiver Anleihen ETFs spiegelt daher die aktiven Entscheidungen der Portfoliomanager wider, anstatt durch die Mittelzu und abflüsse anderer Anteilinhaber verwässert zu werden.