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Trades, die vor Ausbruch des Konflikts beliebt gewesen waren, wurden wieder aufgelöst – am deutlichsten bei Gold und Aktien aus Schwellenländern, die nachgaben, während der US‑Dollar zulegte.

Anlegerinnen und Anleger haben in diesem Jahr bislang eine volatile Entwicklung erlebt, da die Märkte von einer Reihe gegenläufiger Strömungen beeinflusst wurden. Mega-Cap-Tech-Unternehmen wurden während der Gewinnsaison im vierten Quartal verstärkt unter die Lupe genommen. Die Aufmerksamkeit richtete sich erneut auf die Zölle, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Anwendung des International Economic Emergency Powers Act (IEEPA) zur Rechtfertigung der für 2025 angekündigten „reziproken“ Zölle abgelehnt hatte, woraufhin die US-Regierung einen Pauschalzoll von 10% auf alle Einfuhren einführte. Am bedeutendsten war jedoch die Zunahme geopolitischer Spannungen, da der Krieg im Nahen Osten die Öl- und Gasversorgung erheblich beeinträchtigte. Aktien und Anleihen erlebten weltweit einen Abverkauf, da sich die Märkte mehr auf das Risiko einer steigenden Inflation als auf das Risiko eines Wachstumsrückgangs konzentrierten. Transaktionen, die vor dem Konflikt beliebt waren, wurden rückgängig gemacht, wobei vor allem Gold und Schwellenländeraktien fielen, während der US-Dollar stark anstieg.

Der breit gefasste Bloomberg Commodity Index war mit einem Plus von 24,4% im ersten Quartal der Spitzenreiter. Die Öl- und Gaspreise zogen nach dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten, durch den die Energieinfrastruktur in der Region beschädigt und die äußerst wichtige Straße von Hormus effektiv geschlossen wurde, stark an. Infolgedessen schnellten die Brent-Ölpreise im März um 63% nach oben und verzeichneten damit den höchsten monatlichen Anstieg seit vier Jahrzehnten. Neben den Energiemärkten sind auch die Getreidepreise gestiegen, da die Straße von Hormus für den Transport von Rohstoffen, die für die Nahrungsmittelproduktion wichtig sind, von großer Bedeutung ist.

Die Märkte für Staatsanleihen waren während des gesamten Quartals volatil und erlebten einen starken Abverkauf, da höhere Energiepreise Inflationssorgen anfachten. Anleihen mit kurzen Laufzeiten wurden besonders stark in Mitleidenschaft gezogen, da sich die Märkte in diesem Jahr abrupt von Zinssenkungen vieler großer Zentralbanken auf Zinserhöhungen einstellten.

Am Aktienmarkt trug die Abkehr von den Mega-Cap-Technologiewerten zu Beginn des Quartals dazu bei, dass sich Substanzwerte (+1,3%) besser entwickelten als Wachstumswerte (-8,4%). Die Aktien der Schwellenländer (-0,1%) entwickelten sich besser als jene der Industrieländer (-3,5 %), obwohl sie durch die Ereignisse im Nahen Osten besonders belastet wurden.

Aktien

Obwohl er im weiteren Verlauf des Quartals unter Druck geriet, war der exportorientierte TOPIX Index mit einem Plus von 3,6% der am besten abschneidende große Aktienmarkt. Die Schwäche des Yen in Verbindung mit dem überwältigenden Sieg der regierenden liberaldemokratischen Partei (LDP) bei den vorgezogenen Wahlen im Februar – und der Wahrnehmung, dass dies zu weiteren wachstumsfördernden Konjunkturmaßnahmen führen würde – stützten die japanischen Aktien.

Der MSCI Europe ex-UK Index fiel um 2,3%, da die erhöhten geopolitischen Spannungen den europäischen Markt verunsicherten. Der starke Anstieg der europäischen Gaspreise erreichte zwar nicht das Niveau von 2022, gab aber dennoch Anlass zur Sorge über die Wachstumsaussichten in Europa. Während zwar auch die britische Wirtschaft exponiert ist, erzielte der FTSE All-Share Index dennoch positive Erträge von 2,4%, was durch seine Ausrichtung auf Rohstoffe unterstützt wurde. Ein schwächeres Pfund Sterling bot britischen Aktien zusätzlichen Rückenwind.

Der MSCI Emerging Markets Index gab im ersten Quartal um 0,1% nach. Die positive Stimmung im KI-Bereich unterstützte vor dem Konflikt im Nahen Osten die taiwanesischen und koreanischen Aktien (Gewichtung 23% bzw. 15% im breiten Schwellenländerindex). Im weiteren Verlauf des Berichtszeitraums gerieten die Schwellenländeraktien unter Druck, da eine risikoaverse Stimmung vorherrschte und die Märkte die Abhängigkeit Asiens von Energieimporten bewerteten (mehr als 80% des weltweiten Erdöls und Erdgases, das durch die Straße von Hormus transportiert wird, sind für Asien bestimmt). Der MSCI Asia ex-Japan Index ging im ersten Quartal um 1,1% zurück.

Der S&P 500 Index ging im ersten Quartal um 4,3% zurück. Technologieaktien hatten einen schwierigen Start in das Jahr 2026, da sich die Anlegerinnen und Anleger zunehmend Sorgen machten, dass neue KI-Funktionen das Software-as-a-Service-Modell (SaaS) bedrohen würden. US-Softwaretitel gaben seit Jahresbeginn bis zum 27. Februar um 23% nach. Während Technologiewerte im vierten Quartal gute Gewinne erzielten, begannen die Anlegerinnen und Anleger zunehmend, die Fähigkeit der Hyperscaler, Erträge zu erzielen, zu hinterfragen, da sie gleichzeitig immer höhere Investitionen in KI ankündigten. In den ersten Wochen des Nahostkonflikts erwies sich der Technologiesektor relativ betrachtet als widerstandsfähiger als der breitere US-Markt, da die Anlegerinnen und Anleger in einer Zeit erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit auf Unternehmen von höherer Qualität setzten. Dennoch verlor selbst der Technologiesektor im März 3,8% (gegenüber 5,0% für den breiteren US-Markt).

Anleihen

Nach einer holprigen Entwicklung waren britische Gilts mit einem Minus von 2,0% der Nachzügler des Quartals. Vor dem Nahostkonflikt waren Gilts der Staatsanleihenmarkt mit der besten Performance, da Anzeichen dafür, dass der Preisdruck in Großbritannien endlich nachlässt, die Erwartungen auf eine baldige Zinssenkung durch die Bank of England (BoE) schürten. Aufgrund des Energieschocks ist Großbritannien angesichts der relativ hohen Abhängigkeit des Landes von Erdgas jedoch besonders anfällig für das Risiko einer steigenden Inflation. Die BoE schlug auf ihrer März-Sitzung einen entschieden aggressiven Ton an und erklärte, sie sei bereit, bei Bedarf zu handeln, was stark auf eine Tendenz zu Zinserhöhungen hindeutet. Die einstimmige Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, war ebenfalls überraschend, wobei selbst Swati Dhingra – die größte Verfechterin einer lockeren Geldpolitik im Monetary Policy Committee (MPC) – andeutete, dass eine Zinserhöhung notwendig werden könnte. Der Vorschlag einer fiskalischen Unterstützung zur Abfederung der Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten der britischen Privathaushalte könnte angesichts des begrenzten fiskalischen Spielraums Großbritanniens ebenfalls zu einem Aufwärtsdruck auf die Gilt-Renditen geführt haben.

Auch europäische Staatsanleihen gerieten im ersten Quartal des Jahres mit -0,6% unter Druck. Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ die Zinsen auf ihrer März-Sitzung unverändert, wies aber nachdrücklich auf die Möglichkeit von Zinserhöhungen hin. In den aktualisierten Prognosen der Fachleute der EZB wird davon ausgegangen, dass die Gesamtinflation im zweiten Quartal 2026 einen Wert von 3,1% gegenüber dem Vorjahr erreicht, selbst wenn der Höchststand der Energiepreise im März nicht berücksichtigt wird (diese Prognose basiert auf den Marktbewegungen bis zum 11. März).

Japanische Staatsanleihen fielen im Laufe des Quartals um 1,6%. Im Vorfeld der vorgezogenen Neuwahlen im Februar erlebten japanische Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten einen starken Abverkauf, da die Anlegerinnen und Anleger eine lockerere Fiskalpolitik der Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi erwarteten. Auf ihrer März-Sitzung ließ die Bank of Japan (BoJ) die Tür für kurzfristige Zinserhöhungen offen und wies darauf hin, dass sie sich insgesamt mehr Sorgen über das Risiko einer steigenden Inflation als um das Risiko eines Wachstumsrückgangs aufgrund des Energieschocks macht.

US-Staatsanleihen erwiesen sich als relativ widerstandsfähig und blieben während des Quartals unverändert. Als Netto-Energieexporteur sind die USA vor dem starken Anstieg der Energiepreise besser geschützt als ihre europäischen und asiatischen Pendants. Auch der sich abkühlende US-Arbeitsmarkt sollte dazu beitragen, den Preisdruck in Schach zu halten. Nach starken Zahlen im Januar schrumpften die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft im Februar um 92.000 (im Vergleich zu den Konsenserwartungen eines Anstiegs um 60.000). Auf seiner März-Sitzung beließ der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) den Leitzins unverändert, hielt aber an seiner Aussicht auf eine Zinssenkung in diesem Jahr fest.

Auf den Credit-Märkten weiteten sich die Spreads sowohl für Hochzins- als auch für Investment-Grade-Anleihen. Der US-amerikanische Markt für Hochzinsanleihen (-0,5%) schnitt besser ab als sein europäisches Pendant (-1,7%), und globale Investment-Grade-Anleihen erzielten im ersten Quartal einen Ertrag von -1,3%. Ein stärkerer US-Dollar in Verbindung mit erhöhten geopolitischen Risiken erwies sich als Gegenwind für die Anleihen der Schwellenländer, die im ersten Quartal um 1,1% zurückgingen.

Fazit

Im ersten Quartal 2026 mangelte es nicht an wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignissen. Es besteht zwar ein hohes Maß an Unsicherheit darüber, wie sich der Konflikt im Nahen Osten entwickeln wird, unser Basisszenario geht jedoch von einer Deeskalation in naher Zukunft aus, da viele der wichtigsten Akteure starke Anreize dafür haben. Angesichts der äußerst unsicheren Inflations- und Wachstumsaussichten ist es für die Anlegerinnen und Anleger jedoch wichtig, sich sowohl gegen das Risiko einer steigenden Inflation als auch gegen das Risiko eines rückläufigen Wachstums abzusichern. Während der Anleihenmarkt in den ersten Monaten des Jahres unter Druck geraten ist, werden Kernanleihen im Falle eines anhaltenden Konflikts, der das Rezessionsrisiko erhöht, eine entscheidende Rolle bei der Stärkung eines Portfolios spielen.

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Bildquelle: Getty Images
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