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Pressemitteilung

J.P. Morgan Asset Management: Sinkt der Ölpreis jetzt wieder und führt dies zu einer Entspannung bei der Inflation?

TG
Tilmann Galler

Managing Director

Veröffentlicht: 07-07-2026

  • Trotz Angebotsschock: Ölpreis nie nachhaltig über 120 US-Dollar
  • Angebotsausweitung: der Weg zurück in den Überschussmarkt
  • Argumente für Zinserhöhungen werden schwächer

 

Frankfurt, xx. Juli 2026 – Der Krieg im Mittleren Osten hat die Energieversorgung der Welt empfindlich gestört. An den Zapfsäulen haben dies viele Autofahrer leidvoll erfahren müssen. Quasi über Nacht wurden dem Markt mit dem Schließen der Straße von Hormus rund 20 Prozent der weltweiten Rohölversorgung entzogen. Aus Sicht von Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, war die Rohöl-Preisentwicklung aber weniger dramatisch als befürchtet: „Seit dem Hoch von 118 US-Dollar je Barrel Brent Ende April ist der Preis um rund ein Drittel gefallen. Prognosen von Energieknappheit und Ölpreisen über 150 US-Dollar haben sich nicht bestätigt. Damit lagen zahlreiche Experten trotz plausibler Berechnungen daneben Inzwischen gilt für 2027 sogar ein Ölüberschuss als möglich“, erklärt Galler.. Interessant sei nun, wie sich die Öffnung der Straße von Hormus auf die Energiepreise und die Inflation auswirkt.

Trotz Angebotsschock: Ölpreis nie nachhaltig über 120 US-Dollar

Selbst als das geschätzte Angebotsdefizit am Rohölmarkt im April auf rund 13 Millionen Barrel pro Tag stieg und damit dem Weltmarkt etwa 13 Prozent des benötigten Rohöls fehlten, stieg der Ölpreis nie lange über die 120 US-Dollar Marke. Aus Sicht von Tilmann Galler gab es dafür zwei Gründe: „Einerseits wurden mindestens 7 Millionen Barrel aus kommerziellen und strategischen Reserven freigegeben, vor allem von den USA. Andererseits ging auch die Nachfrage deutlich zurück. Neben dem Einbruch im Mittleren Osten war es vor allem China als größter Rohölimporteur der Welt, der weniger Öl nachfragte“, erklärt Galler. Hohe eigene Reserven und staatliche Sparmaßnahmen – etwa weniger Inlandsflüge und Einschränkungen beim Treibstoffexport – hätten dies möglich gemacht.

Für den Preisrückgang seit Anfang Mai war neben der Spekulation auf ein Abkommen vor allem ein weiterer Faktor entscheidend gewesen: „Die Straße von Hormus war offenbar nie in dem Maße geschlossen, wie es offizielle Verkehrsdaten nahelegten", so der Ökonom. Nur so lasse sich erklären, dass die Ölexporte über Häfen der Vereinigten Arabischen Emirate im Juni bereits wieder rund 90 Prozent des Vorkriegsniveaus erreichten. Auch alternative Routen über Land und Pipelines hätten den Ölmarkt früher als gedacht stabilisiert. 

Angebotsausweitung: der Weg zurück in den Überschussmarkt

Ein tragfähiges politisches Abkommen könnte nun den Weg zurück in einen Überschussmarkt innerhalb der nächsten zwölf Monate ebnen. Die Ursache liege weniger in dauerhaft schwacher Nachfrage, denn Raffinerien und chemische Industrie dürften aus seiner Sicht ihre Produktion normalisieren. Zudem würden viele Länder ihre geschrumpften Öl- und Treibstoffreserven wieder auffüllen, womöglich sogar ausbauen, um künftigen Angebotsschocks besser standzuhalten.

Das große Thema für den Ölmarkt werde daher die Angebotsausweitung sein. „Mit dem Ausscheiden der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC ist das Kartell geschwächt", stellt Galler fest. Saudi-Arabien, Kuwait und der Irak hätten starke Anreize, ungenutzte Kapazitäten auszuschöpfen, um Kriegsschäden zu kompensieren. Ein von Sanktionen befreiter Iran könnte das Angebot zusätzlich erhöhen. „Aus der Golfregion könnten in den kommenden zwölf Monaten bis zu 4 Millionen Barrel pro Tag zusätzlich gegenüber dem Vorkriegsniveau auf den Markt kommen. Das würde den Preisdruck weiter erhöhen“, sagt Ökonom Galler.

Argumente für Zinserhöhungen werden schwächer

Für die Inflation bedeute dieses Szenario grundsätzlich Entspannung. „Ein preissenkender Effekt tritt jedoch erst ein, wenn der künftige Ölpreis unter dem Vorjahresniveau liegt", betont Galler. Der durchschnittliche Preis für ein Barrel Brent lag in der zweiten Jahreshälfte 2025 bei 65 US-Dollar. „Nur wenn Öl in den kommenden sechs Monaten nachhaltig unter diese Marke fällt, lassen sich zeitnah inflationssenkende Beiträge aus dem Energiesektor erwarten. Andernfalls ist Geduld bis ins Frühjahr 2027 gefragt“, so der Stratege.

Für Zentralbanken wie auch Privathaushalte, die sich um ihre Kaufkraft sorgen, wird die weitere Inflationsdynamik wichtig sein. „Die schneller als erwartete Entspannung bei Öl- und Treibstoffpreisen verringert das Risiko preistreibender Zweitrundeneffekte bei Nahrungsmitteln und Gütern. Zugleich ist die Lage am Arbeitsmarkt durchwachsen, und das Lohnwachstum schwächt sich ab“, erklärt Kapitalmarktexperte Galler.

Das Argument für Zinserhöhungen ist nach Einschätzung Tilmann Gallers deutlich schwächer geworden. Das gleiche gelte für den Anreiz, im Geldmarkt investiert zu bleiben. „Für Aktien- und Rentenmärkte wäre eine weniger restriktive Zinspolitik hingegen eine gute Nachricht“, fasst Tilmann Galler die Situation für die Kapitalmärkte zusammen.

Tilmann Galler, Managing Director, CEFA/CFA, arbeitet als globaler Kapitalmarktstratege für die deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Als Teil des globalen „Market Insights“-Teams erstellt und analysiert er auf Basis von umfangreichem Research Informationen rund um die globalen Finanzmärkte und leitet Implikationen für Investmentstrategien ab. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Finanzbranche und war zuvor unter anderem auch als Portfolio Manager tätig. www.jpmorganassetmanagement.de/deu/marketinsights

Wichtige Hinweise:
Bei diesem Dokument handelt es sich um Werbematerial. Die hierin enthaltenen Informationen stellen jedoch weder eine Beratung noch eine konkrete Anlageempfehlung dar. Sämtliche Prognosen, Zahlen, Einschätzungen und Aussagen zu Finanzmarkttrends oder Anlagetechniken und -strategien sind, sofern nichts anderes angegeben ist, diejenigen von J.P. Morgan Asset Management zum Erstellungsdatum des Dokuments. J.P. Morgan Asset Management erachtet sie zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt, übernimmt jedoch keine Gewährleistung für deren Vollständigkeit und Richtigkeit. Die Informationen können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. J.P. Morgan Asset Management nutzt auch Research-Ergebnisse von Dritten; die sich daraus ergebenden Erkenntnisse werden als zusätzliche Informationen bereitgestellt, spiegeln aber nicht unbedingt die Ansichten von J.P. Morgan Asset Management wider. Die Nutzung der Informationen liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers. Der Wert, Preis und die Rendite von Anlagen können Schwankungen unterliegen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die aktuelle und zukünftige Wertentwicklung. Das Eintreffen von Prognosen kann nicht gewährleistet werden. J.P. Morgan Asset Management ist der Markenname für das Vermögensverwaltungsgeschäft von JPMorgan Chase & Co. und seiner verbundenen Unternehmen weltweit. Telefonanrufe bei J.P. Morgan Asset Management können aus rechtlichen Gründen sowie zu Schulungs– und Sicherheitszwecken aufgezeichnet werden. Soweit gesetzlich erlaubt, werden Informationen und Daten aus der Korrespondenz mit Ihnen in Übereinstimmung mit der EMEA-Datenschutzrichtlinie von J.P. Morgan Asset Management erfasst, gespeichert und verarbeitet. Die EMEA-Datenschutzrichtlinie finden Sie auf folgender Website: www.jpmorgan.com/emea-privacy-policy. Herausgeber in Deutschland: JPMorgan Asset Management (Europe) S.à r.l., Frankfurt Branch Taunustor 1 D-60310 Frankfurt am Main. Herausgeber in Österreich: JPMorgan Asset Management (Europe) S.à r.l., Austrian Branch, Führichgasse 8, A-1010 Wien. 73d79cdb-7511-11f1-a64b-5da2c634b209
Über J.P. Morgan Asset Management
Als Teil des globalen Finanzdienstleistungskonzerns JPMorgan Chase & Co verfolgt J.P. Morgan Asset Management das Ziel, Kundinnen und Kunden beim Aufbau stärkerer Portfolios zu unterstützen. Seit mehr als 150 Jahren bietet die Gesellschaft hierzu Investmentlösungen für Institutionen, Finanzberater und Privatanleger weltweit und verwaltet per 31.03.2026 ein Vermögen von 4,3 Billionen US-Dollar. In Deutschland ist J.P. Morgan Asset Management seit 35 Jahren und in Österreich seit mehr als 25 Jahren präsent und mit einem verwalteten Vermögen von rund 40 Milliarden US-Dollar, verbunden mit einer starken Präsenz vor Ort, eine der größten ausländischen Fondsgesellschaften im Markt. 
Das mit umfangreichen Ressourcen ausgestattete globale Netzwerk von Anlageexpertinnen und -Experten für alle Assetklassen nutzt einen bewährten Ansatz, der auf fundiertem Research basiert. Zahlreiche „Insights“ zu makroökonomischen Trends und Marktthemen sowie der Asset Allokation machen die Implikationen der aktuellen Entwicklungen für die Portfolios deutlich und verbessern damit die Entscheidungsqualität bei der Geldanlage. Ziel ist, das volle Potenzial der Diversifizierung auszuschöpfen und das Investmentportfolio so zu strukturieren, dass Anlegerinnen und Anleger über alle Marktzyklen hinweg ihre Anlageziele erreichen.
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