Die Aktienerträge weiten sich zunehmend auch außerhalb des US-Technologiesektors aus, was unsere Empfehlung zur regionalen Diversifikation untermauert.
Während der Januar für die Finanzmärkte angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen volatil war, stieg die Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger. Globale Aktien stiegen im Monatsverlauf um 3%, während globale Anleihen nur geringe Fortschritte machten.
Aktien profitierten von den steigenden Wachstumserwartungen und einem nach wie vor bestehenden Goldlöckchen-Umfeld. Tatsächlich fielen die Konjunkturdaten besser aus als erwartet und die Inflationszahlen gingen zurück, was auf reale Einkommenszuwächse der Verbraucherinnen und Verbraucher hindeutet.
Globale Anleihen litten unter der gestiegenen Risikobereitschaft, besseren Konjunkturdaten und einigen länderspezifischen Entwicklungen. Die Renditen am kurzen Ende der US-Zinskurve gaben nach, da die nächste Zinssenkung der Federal Reserve erst später erwartet wurde, während japanische Anleihen mit langer Laufzeit aufgrund zunehmender fiskalischer Bedenken den schlechtesten Jahresstart seit 1994 erlebten.
Die geopolitischen Risiken nahmen deutlich zu, nachdem die USA eine Operation zur Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Maduro durchgeführt hatten und Präsident Trump mehreren europäischen Ländern, die sich seinen Plänen zur Übernahme Grönlands widersetzten, mit Zöllen drohte. Obwohl sich die Spannungen nach dem Treffen in Davos etwas gelegt haben, reagierten viele geopolitisch sensible Werte entsprechend: Gold stieg im Januar um 13% und europäische Rüstungsunternehmen legten um 18% zu. Der VIX und EUR/CHF entwickelten sich dagegen verhaltener.
Die Aktienmärkte wurden im Januar von einem Wort beherrscht: Streuung. Die Diversifizierung weg von US Large Caps setzte sich weiter fort. In den USA verzeichneten Small Caps mit einem Plus von 5% einen starken Jahresauftakt, während die „Magnificent Seven“ im Monatsverlauf nur 1% zulegten. Nach Regionen betrachtet schnitten die Schwellenländer mit einem Plus von 9% am besten ab, gefolgt vom japanischen Topix, der um 5% zulegte.
Rohstoffe hatten einen guten Start ins Jahr – der Bloomberg Commodity Index stieg um 10%. Die Preise für Brent-Rohöl stiegen um 16%, während sowohl die europäischen als auch die US‑amerikanischen Gaspreise aufgrund des kälter als erwartet ausgefallenen Winterwetters stark anzogen.
Aktien
Die globalen Aktien starteten mit Rückenwind ins neue Jahr: Der MSCI AC World Index legte im Januar aufgrund von Konjunkturdaten, die besser als erwartet ausfielen, und aufgrund moderater Inflationszahlen um 3% zu. Diese Neubewertung des Wachstums zeigte sich in der Outperformance zyklischer Aktien gegenüber defensiven Werten, insbesondere in den Schwellenländern und in Japan.
Die meisten makroökonomischen Daten überraschten positiv. Während die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft in den USA etwas unter den Erwartungen lag, sank die US-Arbeitslosenquote auf 4,4%. Die Industrieproduktion übertraf in Deutschland und den USA die Konsensschätzungen und die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe zogen an. Laut Schnellschätzung stieg das reale BIP der Eurozone im vierten Quartal um 0,3% und damit stärker als erwartet. In Deutschland zeigten die Haushaltsdaten für Dezember einen deutlichen Anstieg der Ausgaben gegenüber November. Unterdessen lagen die Inflationsdaten im Euroraum und in den USA weitgehend unter den Konsenserwartungen.
Die Erträge aus Aktien haben eine Streuung außerhalb des US-Technologiesektors erfahren, was unsere Empfehlung zur regionalen Diversifizierung stützt (siehe Investmentausblick 2026). Die meisten Märkte entwickelten sich im Januar besser als der S&P 500 und die Aktien der „Magnificent Seven“ stiegen – im Einklang mit dem S&P 500 – nur um 1%.
Die Schwellenländer verzeichneten mit einem absoluten Plus von 9% einen sehr starken Monat. Sie haben nur in einem der letzten 20 Januar-Monate besser abgeschnitten. Zudem übertrafen die Schwellenländer die Industrieländer um 7% und damit so stark wie seit 2001 nicht mehr. Innerhalb der Industrieländer war der japanische Topix mit einem Plus von 5% der Index mit der besten Performance im Januar.
Bei den Aktienstilen lagen Small Caps vorn – sowohl in Europa als auch insbesondere in den USA, wo der Russell 2000 um 5% zulegte. Auch Mid Caps schnitten gut ab, wobei der FTSE 250 und der MDAX am Monatsende mit einem Plus von 3% bzw. 2% zu den Indizes mit der besten Performance in Europa gehörten.
Interessanterweise schnitten Wachstumswerte in Europa besser ab als Substanzwerte, was im Gegensatz zum langfristigen Trend der Outperformance von Substanzwerten steht, der Anfang 2022 mit steigenden Zinssätzen und Rohstoffpreisen einsetzte. In den USA hingegen übertrafen Substanzwerte den dritten Monat in Folge Wachstumswerte und setzten damit die Umkehr des mehrjährigen Trends der Outperformance von Wachstumswerten fort.
Die Aktienrallye war in erster Linie auf Gewinne und nicht auf die Ausweitung der Bewertungen zurückzuführen. Bei den Schwellenländern, dem japanischen Topix und den Grundstoffwerten wurden die Schätzungen für den Gewinn je Aktie im Jahr 2026 stark nach oben korrigiert. In den USA ist die Berichtssaison für das vierte Quartal nun zur Hälfte abgeschlossen und die positiven Überraschungen fallen größer aus als in früheren Quartalen. Die gemeldeten Gewinne lagen 9% über den Konsenserwartungen.
Anleihen
Gemessen am Global Aggregate Index trugen Anleihen im Januar nicht viel zur Portfolioperformance bei, da der Index im Monatsverlauf nur um knapp 1% zulegte. Vor dem Hintergrund von weitgehend über den Erwartungen liegenden Konjunkturdaten und Bedenken der Anlegerinnen und Anleger in Bezug auf die öffentlichen Ausgaben und die Unabhängigkeit der US-Zentralbank gerieten Anleihen unter Druck. Eine Ausnahme bildeten inflationsgebundene Anleihen, die im Monat um 1,6% zulegten. Während sich die aktuelle Inflation in Europa und den USA in Grenzen hielt, zogen die langfristigen Inflationserwartungen insbesondere in den USA und Japan an.
Japanische Staatsanleihen erlebten mit einem Rückgang von 1,3% bei 10-jährigen Laufzeiten den schlechtesten Jahresauftakt seit 1994. Nach der Ankündigung von vorgezogenen Neuwahlen durch Premierminister Sanae Takaichi stiegen die Renditen 30-jähriger japanischer Staatsanleihen um ganze 23 Basispunkte, was zu einer starken Versteilerung der japanischen Zinsstrukturkurve führte. Der Spread zwischen 2- und 10‑jährigen Staatsanleihen weitete sich um 12 Basispunkte. Im Zusammenhang mit dem Abverkauf japanischer Staatsanleihen wertete der Yen gegenüber dem US-Dollar um 1% ab.
US-Staatsanleihen verzeichneten ebenfalls eine negative Performance, wobei der größte Teil des Abverkaufs am vorderen Ende der Kurve stattfand. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten ließen die Erwartungen für die nächste Zinssenkung der US-Notenbank weiter in die Ferne rücken und setzten die zweijährigen Renditen, die um 5 Basispunkte stiegen, unter Aufwärtsdruck. Auch das hintere Ende der Renditekurve blieb nicht verschont, was auf Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der US-Notenbank zur Inflationsregulierung zurückzuführen ist. Im Einklang mit diesen Bedenken wertete der US-Dollar im Januar gegenüber dem Euro um 1% ab.
In der Eurozone schnitten französische (OAT) und italienische (BTP) Anleihen mit einer Rendite von 1% bzw. 0,7% besser ab als die meisten anderen Märkte. Da die Risikobereitschaft auf breiter Ebene zunahm und die länderspezifischen Risiken zurückgingen, wurde das von OATs und BTPs gebotene Carry für Anlegerinnen und Anleger attraktiv. In Frankreich wird voraussichtlich Mitte Februar über einen Haushalt abgestimmt, der das Defizit bis 2026 auf 5% (von 5,4%) senken soll. Da das Zeitfenster für die Auslösung vorgezogener Neuwahlen im April – ein Jahr vor den nächsten Präsidentschaftswahlen – ausläuft, dürften sich die politischen Risiken bis zum Beginn des Wahlkampfs gegen Ende des Jahres 2026 verringern. Der OAT-Bund-Spread fiel auf 62 Basispunkte und erreichte damit den engsten Stand, seit Präsident Macron im Juni 2024 vorgezogene Neuwahlen auslöste.
Rohstoffe
Rohstoffe hatten einen sehr guten Start ins Jahr – der Bloomberg Commodity Index stieg um 10%. Der Goldpreis stieg im Januar um 13%, trotz eines starken Rückgangs von 10% am letzten Handelstag des Monats. Neben der Unterstützung durch die Käufe der Zentralbanken, insbesondere der People's Bank of China, profitierte Gold von den stark gestiegenen geopolitischen Risiken nach der US-Operation zur Entmachtung des venezolanischen Präsidenten Maduro und den von Präsident Trump angedrohten Zöllen im Zusammenhang mit Grönland.
Die Preise für Brent-Rohöl stiegen um 16%, und sowohl in Europa als auch in den USA stiegen die Gaspreise aufgrund des kälteren Winterwetters und der damit verbundenen geringeren Lagerbestände stark an.
Fazit
Der Beginn des Jahres 2026 war volatil, aber von einer erhöhten Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger geprägt, was globalen Aktien vor dem Hintergrund guter Konjunkturdaten und einer weitgehend günstigen Inflation Auftrieb verliehen hat. Die Rallye hat sich über US Large Caps hinaus ausgeweitet, wobei Schwellenländer, Japan und Small/Mid Caps eine Outperformance aufwiesen, was die Vorteile der Diversifizierung verdeutlicht.
Im Gegensatz dazu hatten Staatsanleihen zu kämpfen. So stiegen die Renditen aufgrund robuster Konjunkturdaten und fiskalischer Bedenken, insbesondere in Japan und den USA.
Wie wir in unserem Investmentausblick 2026 dargelegt haben, erwarten wir für 2026 eine breitere Streuung der Aktienerträge, da das Gewinnwachstum über Regionen, Sektoren und Faktoren hinweg ausgewogener ausfällt. Anleihen verdienen eher wegen ihrer Carry-Komponente als wegen des Kapitalzuwachses Beachtung und dürften zu einer wirksamen Diversifizierung der Portfolios beitragen, falls wieder Rezessionsängste aufkommen.
Um sich gegen geopolitische Risiken abzusichern, können Anlegerinnen und Anleger in Erwägung ziehen, ihre Portfolios mit Gold und europäischen Verteidigungswerten sowie mit defensiveren und hochwertigeren Titeln zu ergänzen, die in Zeiten erhöhter Marktvolatilität die Widerstandsfähigkeit der Portfolios verbessern (siehe Was bewegt Anlegerinnen und Anleger? – Qualität als Schlüssel zu widerstandsfähigen Portfolios.
