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Im 2. Quartal 2026 überwog an den Märkten der Optimismus, trotz erheblicher geopolitischer Unsicherheit.

Im 2. Quartal prägten weiterhin Geopolitik und Technologie das Marktgeschehen. Die Risikobereitschaft drehte entschieden ins Positive, als sich der Krieg im Nahen Osten zu entspannen begann und die Preise für Brent-Rohöl nach ihrem Höchststand von 120 USD pro Barrel im April zu fallen begannen. Vor allem trieb die Rückkehr der Marktrotation in den Handel mit künstlicher Intelligenz (KI) die Technologiewerte in die Höhe.

Im Laufe des Quartals gewannen die Anlegerinnen und Anleger die Zuversicht, dass der massive Investitionszyklus, der den Ausbau der KI-Infrastruktur und der Rechenzentren stützt, vom Konflikt im Nahen Osten nahezu unberührt bleibt, da die US-Hyperscaler ihre Prognosen für die Investitionsausgaben 2026 auf beeindruckende 700 Mrd. USD anhoben. Seit Beginn des Krieges im Iran am 28. Februar 2026 wurden die Schätzungen für das Gewinnwachstum globaler Aktien im Jahr 2026 um 11 Prozentpunkte auf 27,6% nach oben korrigiert, wobei der Informationstechnologiesektor (IT) ein wesentlicher Treiber war. Aktien aus Industrieländern legten im 2. Quartal 2026 angesichts der verbesserten Gewinnaussichten um 13,9% zu.

Aktien aus Schwellenländern schnellten um 24% in die Höhe und verzeichneten damit den stärksten Quartalsgewinn seit dem 2. Quartal 2009. Der hohe Anteil von Halbleitern und IT-Hardware im MSCI EM erklärt diese herausragende Wertentwicklung, da sich die Präferenz der Anlegerinnen und Anleger weiter zu Unternehmen verlagerte, die die grundlegende Ausrüstung für den KI-Boom liefern – vergleichbar mit den Ausrüstern eines Goldrauschs, die vom Boom profitieren, ohne selbst nach Gold zu graben. Auch Wachstumsaktien profitierten von der Rückkehr des KI-Investitionszyklus und übertrafen Substanzwerte im Quartalsverlauf um 9,6 Prozentpunkte. Die starke Wertentwicklung von Unternehmen in der KI-Lieferkette trug ebenfalls zum Ertrag von 15% bei Nebenwerten (Small Caps) im Quartal bei.

Die globalen Anleihemärkte zeigten im 2. Quartal keine klare Richtung, da die Märkte die Auswirkungen der Energiepreisvolatilität auf Inflation und Wachstum bewerteten. Der Global Aggregate Index erzielte einen kleinen Gewinn von 0,9%, da sich die Spreads an den Kreditmärkten aufgrund robuster Unternehmensgewinne verengten.

Rohstoffe waren in den letzten drei Monaten mit erheblichem Gegenwind konfrontiert. Die Ölpreise fielen um 38%, als sich der Krieg im Iran entspannte und eine zwischen den USA und dem Iran unterzeichnete Absichtserklärung eine Wiederöffnung der Straße von Hormus erwarten ließ, wodurch die Angebotsstörungen an den Energiemärkten nachließen. Gold und Edelmetalle fielen um mehr als 10%, da der Handel mit der Währungsentwertung weiter an Dynamik verlor. Die Märkte erwarten, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) unter dem neuen Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed), Kevin Warsh, weiterhin der Preisstabilität verpflichtet bleibt. Industriemetalle stiegen aufgrund der Investitionsnachfrage aus den Bereichen Technologie und Infrastruktur. Dennoch verloren Rohstoffe im 2. Quartal 8%.

Aktien

Die Aktienregion mit der besten Wertentwicklung war Asien ohne Japan mit einem Ertrag von 28%. Wesentliche Performance-Treiber waren Korea (+88%) und Taiwan (+49%), angetrieben durch die starke Nachfrage der Anlegerinnen und Anleger nach Unternehmen für elektrische Ausrüstung und Halbleitern. Die Indexschwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics verdreifachten bzw. verdoppelten ihren Wert und verhalfen koreanischen Aktien zu ihrer besten Quartalsentwicklung seit 1998. Im Laufe des Quartals traten beide Unternehmen dem exklusiven Kreis der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Billion USD bei. Trotz der starken Wertentwicklung wird SK Hynix immer noch mit dem 7-Fachen des für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinns gehandelt, während Samsung mit dem 6-Fachen des für die nächsten 12 Monate erwarteten Gewinns bewertet wird – ein Beweis für das explosive Gewinnwachstum in der Halbleiter- und Speicherindustrie infolge des KI-Investitionsbooms. Schwellenländer im Nahen Osten und in Lateinamerika mit hohem Engagement in Energieunternehmen entwickelten sich schlechter als der MSCI Emerging Markets. Der MSCI China Index blieb aufgrund der Schwäche im Einzelhandels- und Automobilsektor zurück.

Eine fundamental günstige Währung und eine weitere Versteilerung der Zinskurve verschafften japanischen Exporteuren und dem Finanzsektor Rückenwind. Der TOPIX gewann in den letzten drei Monaten 14%. Die Gewinnsaison des S&P 500 für das 1. Quartal 2026 war die stärkste der letzten Jahre: 85% der Unternehmen übertrafen die Konsenserwartungen – der höchste Wert seit 2021 und deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 73%. Der KI-Ausbau stützt das Gewinnwachstum in allen Sektoren. Banken profitieren von der KI-getriebenen Aktivität an den Kapitalmärkten, und die Nachfrage nach elektrischer Ausrüstung beflügelt die Industrie. US-Aktien gewannen im Quartalsverlauf 15%.

Kontinentaleuropäische Aktien legten aufgrund der Entspannung im Nahen Osten und der widerstandsfähigen Wirtschaftsstimmung zu. Das Verbrauchervertrauen erholte sich von den Tiefstständen im April, während der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone im gesamten letzten Quartal über 50 und damit im expansiven Bereich blieb.

Im 2. Quartal erzielte der MSCI Europe ohne Großbritannien einen Ertrag von 14%. Britische Aktien gewannen 5%, blieben jedoch im Berichtszeitraum aufgrund des relativ hohen Engagements im Rohstoffabschwung und der defensiveren Sektorzusammensetzung des Index hinter anderen Regionen zurück.

Anleihen

Britische Gilts gewannen 2,1% und übertrafen im 2. Quartal den globalen Anleiheindex, wodurch die Verluste des Vorquartals mehr als wettgemacht wurden. Die Wachstumsaussichten verschlechterten sich, da die britischen Composite-PMIs im Mai auf 49,7 fielen und die Immobilienpreise erneute Schwäche zeigten. Der jüngste Verbraucherpreisindex (CPI) lag mit 2,8% unter den Konsensschätzungen von 3,0%, und die Kerninflation sank im Quartal von 3,1% gegenüber dem Vorjahr auf 2,6%, was die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinserhöhungen durch die Bank of England verringerte. Die Sterling-Märkte nahmen den Rücktritt des britischen Premierministers Sir Keir Starmer weitgehend gelassen hin, wobei Andy Burnham als wahrscheinlichster Kandidat für die Nachfolge im Juli gilt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) nahm nach einer elfmonatigen Pause ihre erste Zinserhöhung vor und hob den Einlagensatz auf 2,25% an. Die Märkte für europäische Staatsanleihen verkrafteten den weithin erwarteten Schritt gut und übertrafen den globalen Anleiheindex, da sinkende Inflationserwartungen und schwächere Wachstumsaussichten die Anleihekurse stützten. Der Inflationsdruck in der Eurozone ist nach wie vor moderat: Der Gesamt-CPI der Eurozone stieg im Mai auf 3,2%, während der Kern-CPI leicht auf 2,5% zulegte. Innerhalb der Region erzielten deutsche Bundesanleihen einen Ertrag von 1,5% und blieben damit hinter Italien (+2,5%) und Spanien (+1,9%) zurück, da Anlegerinnen und Anleger angesichts nachlassender geopolitischer Risiken weniger Präferenz für sichere Häfen zeigten.

Die Renditen von US-Staatsanleihen blieben im Quartal relativ stabil. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 0,5%, was zu einem Anstieg von 4,2% gegenüber dem Vorjahr führte. Der größte Teil dieses Zuwachses war auf einen Anstieg der Benzinpreise um 7,0% zurückzuführen. Die fallenden Ölpreise dürften jedoch den Preisdruck in den kommenden Monaten senken. Derzeit gibt es kaum Anzeichen dafür, dass sich die höhere Inflation in höheren Löhnen niederschlägt. Trotz eines relativ angespannten Arbeitsmarktes mit einer Arbeitslosenquote von 4,3% und einem gesunden Wachstum der Beschäftigung im Privatsektor stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Mai um lediglich 3,5% – der zweitgeringste Zuwachs seit fünf Jahren. Es überrascht nicht, dass die Fed die Zinsen bei 3,50%–3,75% beließ, wobei jedoch sowohl die Erklärung als auch die Pressekonferenz eher restriktiv ausfielen.

In Japan nahm die Bank of Japan (BoJ) im Juni die weithin erwartete Zinserhöhung auf 1,0% vor. Die starke Dynamik des Lohnwachstums – mit einem Anstieg der monatlichen Bareinkommen um 3,6% gegenüber dem Vorjahr – und ein Anstieg der Erzeugerpreise um 6,3% gegenüber dem Vorjahr halten die geldpolitische Ausrichtung der BoJ bis 2026 restriktiv. Die Renditen 10-jähriger japanischer Staatsanleihen (JGBs) setzten ihren Aufwärtstrend fort und erreichten bis zum Ende des 2. Quartals 2,7%. JGBs blieben mit einem Ertrag von -1,3% hinter dem breiteren Index zurück.

An den Kreditmärkten verengten sich die Spreads sowohl bei Hochzinsanleihen als auch bei Investment-Grade-Anleihen. Mit zusätzlicher Unterstützung durch die Duration erzielte der EUR-Hochzinsmarkt im 2. Quartal einen Ertrag von 3,7% und übertraf damit den Ertrag von 2,5% bei US-Hochzinsanleihen; globale Investment-Grade-Anleihen erzielten einen Ertrag von 1,5%. Eine sich verbessernde Inflationsaussicht und die Erwartung einer weniger restriktiven Notenbankpolitik schufen Rückenwind für Schwellenländeranleihen, die in den letzten drei Monaten um 4,0% zulegten.

Fazit

Im 2. Quartal 2026 überwog trotz erheblicher geopolitischer Unsicherheit der Optimismus an den Märkten. Während sich die Lage im Nahen Osten auf einem Weg der Entspannung befindet, bleibt sie volatil, und künftige Entwicklungen sind alles andere als sicher. Wie in unserem Ausblick zur Jahresmitte 2026, Genug Treibstoff im Motor, dargelegt, wird die Weltwirtschaft nicht mehr von allen ihren Wachstumsmotoren angetrieben, da der Nahostkonflikt die Konsumausgaben gedämpft und die zugeführte geldpolitische Antriebskraft verringert hat. Die KI-Investitionen stützen jedoch weiterhin die Wirtschaftstätigkeit, und die Staatsausgaben dürften sich beschleunigen. Vor diesem komplexeren Hintergrund bleiben wir gegenüber Risikoanlagen konstruktiv eingestellt; unser Basisszenario geht von begrenzten dauerhaften wirtschaftlichen Schäden durch den Nahostkonflikt aus und davon, dass bis 2027 alle Wachstumsmotoren wieder arbeiten.

Das “Market Insights“ Programm bietet umfassende Informationen und Kommentare zu den globalen Märkten auf produktneutraler Basis. Das Programm analysiert die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftsdaten und veränderten Marktbedingungen, um Kunden einen besseren Einblick in die Märkte zu vermitteln und fundierte Anlageentscheidungen zu fördern. Für die Zwecke von MiFID II sind das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm eine Marketingkommunikation und fallen nicht unter MiFID II / MiFIR Anforderungen, die in Zusammenhang mit Research stehen. Darüber hinaus wurden das J.P. Morgan Asset Management „Market Insights“ und „Portfolio Insights“ Programm als nicht unabhängiges Research nicht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Anforderungen erstellt, die zur Förderung der Unabhängigkeit von Research dienen. Sie unterliegen auch keinem Handelsverbot vor der Verbreitung von Research.
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Bildquelle: Getty Images
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