Die Risikobereitschaft führte zu einer breiten Marktrallye, und 2025 war das erste Jahr seit der Pandemie, in dem alle wichtigen Anlageklassen positive Renditen erzielten.
Im Jahr 2025 sahen sich die Märkte mit einer Vielzahl gegenläufiger Entwicklungen konfrontiert. Die erste Jahreshälfte war von Handelsproblemen geprägt, nachdem die USA die Zollsätze auf ein seit den 1930er Jahren nicht mehr gesehenes Niveau erhöht hatten. Anfang April gaben Aktien aus Industrieländern um 16,5% nach. In der Folge konnten sie sich jedoch von den Auswirkungen erholen und das Jahr mit einem Ertrag von 21,6% beenden. In der zweiten Jahreshälfte konzentrierten sich die Märkte auf die positiven Auswirkungen der fiskal- und geldpolitischen Konjunkturmaßnahmen. Die erhöhte Risikobereitschaft führte dazu, dass sämtliche Vermögenswerte zulegten. So war 2025 das erste Jahr seit der Pandemie, in dem alle wichtigen Anlageklassen positive Erträge erzielen konnten.
Mit einem Ertrag von 34,4% in US-Dollar erzielten die Schwellenländer im Jahr 2025 die beste Performance unter den Aktienmärkten. Während sich in den USA Wachstumswerte überdurchschnittlich entwickelten, erzielten in den meisten übrigen Industrieländern Substanzwerte eine Outperformance. Folglich konnten mit Wachstums- und Substanzstilen auf globaler Ebene ähnliche Erträge von jeweils 21,3% bzw. 21,6% erwirtschaftet werden.
Edelmetalle erwiesen sich im Jahr 2025 als die eindeutig führende Anlageklasse. Der Bloomberg-Edelmetallindex erzielte im Jahresverlauf einen Ertrag von 80,2%. Gold dominierte die Schlagzeilen, da internationale Zentralbanken ihre Reserven weiter diversifizierten und börsengehandelte Goldfonds starke Zuflüsse verzeichneten. Mit einem Ertrag von 149,1% übertraf Silber jedoch die Performance von Gold. Die starke Entwicklung von Edelmetallen glich die sinkenden Ölpreise aus, sodass Rohstoffe im Jahr 2025 insgesamt einen Ertrag von 15,8% erzielten.
Die mittelfristigen Inflationssorgen sind nach wie vor groß. Die Befürchtungen eines durch Zölle verursachten Preisanstiegs haben sich jedoch, ähnlich wie im Jahr 2022, als unbegründet erwiesen. Dadurch konnten die Zentralbanken die Normalisierung ihrer Zinssätze fortsetzen. Angesichts dessen und in Verbindung mit attraktiven Renditen sowie einem schwächer werdenden US-Dollar erzielten globale Anleihen einen Ertrag von 8,2% in US-Dollar.
Aktien
Künstliche Intelligenz (KI) blieb das beherrschende Thema, das die US-Aktienmärkte antrieb. Mit Erträgen von 33,0% bzw. 23,6% im Jahr 2025 übertrafen die Sektoren Kommunikationsdienstleistungen und Informationstechnologie den Gesamtmarkt deutlich. Da die Anlegerinnen und Anleger jedoch allmählich versuchten, die Gewinner und Verlierer im Wettlauf um die KI-Technologie zu ermitteln, schnitten von den „Glorreichen Sieben“ des Technologiesektors lediglich zwei Titel besser ab als der S&P 500 Index. Verbraucherorientierte Branchen taten sich schwer, da das schleppende Beschäftigungswachstum das Verbrauchervertrauen beeinträchtigte. Aufgrund von Sorgen über eine Abschwächung der Nachfrage hielten sich die Unternehmen mit der Weitergabe der Zollkosten zurück. Dies trug zwar dazu bei, einen Inflationsanstieg zu vermeiden, beeinträchtigte jedoch die Erträge dieser Sektoren. US-Aktien erzielten einen Ertrag von 17,9%, wurden letztendlich jedoch von anderen Regionen übertroffen. So wies der S&P 500 im Jahr 2025 erstmals seit 20 Jahren die schlechteste Performance unter den großen Aktienmärkten auf.
Die starke Performance der Aktienmärkte der Schwellenländer war breit angelegt, wobei sämtliche Regionen hohe Erträge verzeichneten. Chinesische Aktien entwickelten sich gut und verbuchten im Jahresverlauf einen Ertrag von 31,4% in US-Dollar, während indische Aktien mit einem Ertrag von 4,3% hinterherhinkten. Fortschritte in der heimischen chinesischen KI-Entwicklung beflügelten den Technologiesektor, während Bemühungen um eine Diversifizierung der Handelsbeziehungen dazu führten, dass Chinas Exporte trotz der US-Zölle stabil blieben.
Die asiatischen Märkte außerhalb Chinas spiegelten die Begeisterung für KI wider, da sich die Anlegerinnen und Anleger auf die entscheidende Rolle konzentrierten, die die Region in der Technologie-Lieferkette spielt. Eine Mischung aus Begeisterung für künstliche Intelligenz, Reformen der Corporate Governance sowie einem niedrigen Einstiegspunkt nach einem schwierigen Jahr 2024 machte koreanische Aktien im Jahr 2025 mit einem Ertrag von 100,7% in US-Dollar zum Spitzenreiter. Auch die lateinamerikanischen Märkte erholten sich von einem schwierigen Jahr 2024. Dank der Aufwertung ihrer Währungen im Jahresverlauf erzielten sie in US-Dollar einen Ertrag von 55,7%.
In Japan wurden durch die Wahl von Premierministerin Takaichi die Hoffnungen auf eine anhaltende Reflation gestärkt, wobei die Märkte die Wahrscheinlichkeit höherer Staatsausgaben einpreisten. In Lokalwährung verbuchte der TOPIX einen Ertrag von 25,5%.
In einem Jahr, das für Aktien insgesamt starke Erträge brachte, entwickelten sich europäische Aktien in Lokalwährung unterdurchschnittlich. Allerdings spielten Währungsschwankungen eine überproportional große Rolle. Für Anlegerinnen und Anleger, deren Währung das britische Pfund oder der Euro ist, sieht das Bild daher völlig anders aus. Der handelsgewichtete US-Dollar verzeichnete mit einem Minus von 7,0% den stärksten Rückgang seit 2009. Der Euro profitierte erheblich von dieser Entwicklung und stieg gegenüber dem US-Dollar um 13,4%, während das britische Pfund um 7,6% zulegte. Unter Berücksichtigung der Entwicklungen an den Devisenmärkten erzielten europäische Aktien die beste Performance: Sie brachten es auf Erträge von 20,4% in Euro bzw. 27,2% in Pfund Sterling, während der S&P 500 in denselben Währungen nur 3,9% bzw. 9,8% erreichte.
Anleihen
Die Rally bei Risikoanlagen erstreckte sich auch auf Anleihen, wo sich die Spreads auf breiter Front verengten. Ähnlich wie im Aktiensegment, wo die Schwellenländer klar an der Spitze lagen, erzielten Schuldtitel aus Schwellenländern auch im Anleihensegment die beste Performance. Eine Kombination aus soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten, der Nachfrage der Anlegerinnen und Anleger sowie günstigen Währungseffekten ließ die Erträge auf 13,5% steigen. Insbesondere lateinamerikanische Anleihen profitierten von einer Aufwertung der lokalen Währungen: Der brasilianische Real und der mexikanische Peso legten gegenüber dem US-Dollar jeweils um 11,3% bzw. 13,5% zu.
Globale Kreditwerte verbuchten in US-Dollar einen Ertrag von 10,3%. Die Spreads verengten sich sowohl bei europäischen Investment-Grade-Anleihen als auch bei Hochzinsanleihen. Aufgrund der höheren Gesamtrenditen in den USA erzielten US-Anlagen jedoch in Bezug auf den Gesamtertrag eine Outperformance. Die Ausfallraten bei Hochzinsanleihen stiegen in den USA und Europa weiter leicht an. Trotz einiger viel beachteter Ausfälle in den Bereichen Private Credit und Leveraged Loans blieben die Bilanzen der Unternehmen jedoch insgesamt robust. Die Entwicklungen an den Devisenmärkten sorgten einmal mehr für Rückenwind. Dabei trug die Schwäche des US-Dollars 3,2 Prozentpunkte zu den Erträgen ungesicherter, auf US-Dollar lautender globaler Investment-Grade-Unternehmensanleihen bei.
Finanzpolitische Bedenken belasteten Staatsanleihen weiterhin, und die Zinskurven nahmen in allen wichtigen Märkten einen steileren Verlauf an. Trotz der Bedenken hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen des „One Big Beautiful Bill“ auf die Schuldentragfähigkeit waren US-Staatsanleihen der Markt mit der besten Performance in Lokalwährung. Im Jahresverlauf 2025 lag der Ertrag bei 6,3%. Der befürchtete Inflationsanstieg durch Zölle blieb aus. Die wachsende Besorgnis über den Arbeitsmarkt veranlasste die US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte, die Zinsen um 75 Basispunkte (Bp) zu senken, wodurch die Erträge von Anleihen gestützt wurden.
Britische Gilts erzielten unter den wichtigsten Märkten für Staatsanleihen die zweitbeste Performance. Obwohl die Inflation über dem Zielwert lag, ermöglichten ein schwächer werdender Arbeitsmarkt und nachlassender Lohndruck der Bank of England im Jahr 2025 eine Zinssenkung um 100 Basispunkte. In Kombination mit hohen Anfangsrenditen und einem Haushalt, der letztlich größere Zwischenfälle vermeiden konnte, trug dieses Umfeld dazu bei, dass Gilts im Jahresverlauf eine Rendite von 5,0% erwirtschafteten.
Anleihen aus europäischen Peripherieländern erzielten eine bessere Performance als Anleihen der Kernländer. Französische Anleihen taten sich angesichts der innenpolitischen Turbulenzen schwer. Im Laufe des Jahres führten Versuche, die Staatsausgaben zu reduzieren, zum Zusammenbruch von drei Regierungen. Tatsächlich verwischte sich die traditionelle europäische Unterscheidung zwischen „Kern“ und „Peripherie“ zunehmend, da die Spreads französischer Anleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen zum Jahresende höher waren als die Spreads ihrer Pendants aus Italien, Spanien und Griechenland.
Deutschland nahm nach 15 Jahren der Konsolidierung den Fuß von der fiskalpolitischen Bremse. Angesichts der russischen Aggression und des Drucks der USA auf die NATO-Partner plant das Land, die Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur zu erhöhen. Gleichzeitig soll die Wirtschaft, die mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert ist, angekurbelt werden. Die Märkte reagierten entsprechend, und deutsche Bundesanleihen verbuchten im Jahresverlauf negative Erträge.
Auch japanische Anleihen verzeichneten negative Erträge, da die Bank of Japan die Normalisierung der Zinssätze fortsetzte und die Märkte weitere fiskalpolitische Konjunkturmaßnahmen einpreisten, wodurch sich die Bedenken hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit verstärkten. Die Renditen zehnjähriger japanischer Anleihen stiegen im Jahresverlauf um 99 Basispunkte auf 2,1%, während die Renditen 30-jähriger Anleihen um 113 Basispunkte auf 3,4% stiegen.
Fazit
Für die Anlegerinnen und Anleger war das Jahr 2025 ein positives Jahr. Es verdeutlichte jedoch auch die Bedeutung von Diversifizierung und Währungsengagement. Nach einem Jahrzehnt des US-amerikanischen Exzeptionalismus, in dem sich die Erträge auf US-Technologieaktien konzentrierten und durch einen steigenden US-Dollar verstärkt wurden, kam es im Jahr 2025 zu einer Umkehrung dieser Entwicklung, als sich das Wachstum weltweit ausweitete.
In unserem Investment-Ausblick für das Jahr 2026 erläutern wir, wie sich diese Dynamik unserer Einschätzung nach fortsetzen wird. Insbesondere die haushaltspolitischen Impulse in Europa werden sich allmählich in den Wirtschaftsdaten niederschlagen, und die Konjunktur dürfte sich auf dem gesamten Kontinent deutlich beschleunigen. Aufgrund dieser Konvergenz der Wachstumsaussichten ist mit einer weiteren moderaten Schwäche des US-Dollars zu rechnen, was sich wiederum negativ auf die Erträge von US-Anlagen auswirken könnte. Bei der Rückschau auf das vergangene Jahr und bei der Planung für das neue Jahr sollte die Identifizierung von Diversifizierungsmöglichkeiten außerhalb der USA daher ganz oben auf der Liste der Neujahrsvorsätze von Anlegerinnen und Anlegern stehen.
