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Geopolitische Spannungen sowie Unsicherheiten in der Finanzpolitik und bei den Zentralbanken haben maßgeblich zum aktuellen Goldpreisanstieg beigetragen.

Die Goldpreise erreichten Ende Januar ein Allzeithoch von 5.400 USD je Feinunze (oz.tr.), bevor sie innerhalb von zwei Tagen um rund 10% zurückgingen. Angesichts des hohen Goldpreises bewerten wir die wichtigsten Preistreiber, die weiteren Aussichten und die Rolle, die Gold in einem Portfolio spielen kann.

Die Goldpreisrally verstehen

Nach einer zehnjährigen Stagnationsphase stieg der Goldpreis im Jahr 2023 um 14%, im Jahr 2024 um 27% und im Jahr 2025 um 65%. Der Preis des gelben Metalls ist nunmehr seit Beginn des Russland-Ukraine‑Kriegs im Februar 2022 um mehr als 170% gestiegen.

Auffällig an diesem Anstieg ist möglicherweise, dass er mit einer Phase steigender und anschließend stabiler Realzinsen zusammenfiel. In der Vergangenheit sind die Goldpreise tendenziell gestiegen, wenn die Realzinsen gefallen sind – etwa im Zeitraum zwischen 2002 und 2012, als aggressive Zinssenkungen in den USA nach dem Platzen der Technologieblase und später während der globalen Finanzkrise einen lang anhaltenden Bullenmarkt bei den Goldpreisen auslösten.

Die inverse Beziehung zwischen Goldpreisen und Zinssätzen ist leicht nachvollziehbar. Gold zahlt – anders als Finanzanlagen – weder Zinsen noch Dividenden. Daher steigen die Opportunitätskosten einer Position in Gold, wenn die Realzinsen steigen. Zudem signalisieren steigende Realzinsen in der Regel, dass sich die Zentralbanken auf die Eindämmung der Inflation konzentrieren, was die Nachfrage nach Vermögenswerten verringert, die als Absicherung gegen Inflation dienen können – wie beispielsweise Gold.

In der Vergangenheit hat ein Zusammenbruch der Beziehung zwischen Gold und Realzinsen einen globalen wirtschaftlichen Systemwechsel signalisiert. Im Laufe der Zeit verzeichnete der Goldpreis lange Phasen mit geringen Erträgen oder ohne Erträge, die durch starke Anstiege unterbrochen wurden. Die aktuelle Hausse fiel mit einem Wandel des wirtschaftlichen Systems hin zu einem stärkeren Fokus auf geo- und finanzpolitische Aspekte zusammen.

Geopolitische Spannungen und Veränderungen bei den Reservebeständen

Dieser Systemwechsel hat unseres Erachtens zu zwei interessanten Entwicklungen im Zusammenhang mit Gold geführt. Erstens ist es die Veränderung, die wir im Verhalten der Zentralbanken weltweit und der Verantwortlichen für die Verwaltung der Reserven beobachtet haben. Es ist kein Zufall, dass der Zusammenbruch der Beziehung zwischen Goldpreisen und Realzinsen mit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine und den anschließenden Sanktionen gegen russische Dollar-Vermögenswerte zusammenfiel. Gold gilt als neutraler Vermögenswert, der im Gegensatz zu Währungsreserven nicht eingefroren oder blockiert werden kann.

Zweitens ist es zu einem starken Anstieg bei den staatlichen Goldkäufen gekommen. Die Nachfrage nach Gold hat in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich über 1.000 Tonnen pro Jahr betragen, was nahezu dem Dreifachen des Durchschnitts im vorangegangenen Jahrzehnt entspricht. Die Goldbestände der weltweiten Zentralbanken haben 36.000 Tonnen erreicht, womit sie den bisherigen Höchststand anlässlich der Ölkrise im Jahr 1979 überschritten haben und sich dem Allzeithoch nähern, das zuletzt in der Bretton-Woods-Ära fester Wechselkurse verzeichnet wurde. Länder, die in geopolitischer Hinsicht dem Westen fern sind, haben sich besonders aktiv in Richtung Gold diversifiziert.

Bei Goldpreisen auf Rekordniveaus ist der Goldanteil an den globalen Währungsreserven der Zentralbanken im November 2025 auf 26,7% gestiegen (laut World Gold Council). Das bedeutet, dass er den Anteil des Euro (16% laut Angaben der EZB) übertroffen hat und damit zum zweitgrößten Reservevermögenswert geworden ist. Der Anteil des US-Dollar bleibt der höchste, ist jedoch um zwei Prozentpunkte auf 58% gesunken, womit sich der seit einem Jahrzehnt anhaltende allmähliche Rückgang beim Dollar fortsetzt1. Dieser Goldkaufzyklus der Zentralbanken dürfte sich fortsetzen, ebenso wie der Trend zur Diversifizierung der Währungsreserven.

Einer Umfrage des World Gold Council unter 60 Zentralbanken Anfang 2024 zufolge planten rund 29%, ihre Goldreserven im folgenden Jahr zu erhöhen. Die Umfrage identifizierte drei Hauptgründe für eine Position in Gold, die weiterhin Bestand haben: (1) seine Funktion als langfristiger Wertspeicher und als Absicherung gegen Inflation, (2) seine starke historische Wertentwicklung in Krisenzeiten und (3) seine Fähigkeit, die Portfoliodiversifizierung zu verbessern.

Expansive fiskalpolitische Pläne und der Aufwärtstrend bei der Staatsverschuldung haben wahrscheinlich ebenfalls zu einer steigenden Goldnachfrage sowohl des öffentlichen als auch des privaten Sektors beigetragen. Der Ausblick auf eine lockerere Fiskalpolitik – insbesondere in Verbindung mit der Möglichkeit, dass westliche Zentralbanken unter Druck geraten könnten, die Zinsen zu senken, um Regierungen zu unterstützen – hat Fragen hinsichtlich des Bekenntnisses zur Preisstabilität und zum Wert der Währungen in bestimmten Regionen aufgeworfen. Einige der größten täglichen Schwankungen des Dollar in den vergangenen Wochen fielen mit Nachrichten über eine bröckelnde Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) zusammen.

Der jüngste Rückgang der Goldpreise erfolgte nach der Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Fed-Vorsitzenden durch Präsident Trump. Der Markt betrachtete Warsh eindeutig als starken und glaubwürdigen Kandidaten für diese Aufgabe und als jemanden, der die Preisstabilität wahren und damit den Wert des Dollar sichern wird.

Die Qualifikationen politischer Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger haben historisch eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Goldpreise gespielt. Der Amtsantritt von Paul Volcker bei der Fed in den 1980er Jahren, verbunden mit einem klaren Bekenntnis zu Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation, fiel mit einer lang anhaltenden Phase der Goldpreisschwäche zusammen.

Die Rolle von Gold in einem Portfolio

Geopolitische Spannungen sowie Bedenken hinsichtlich der Fiskalpolitik und der Zentralbanken haben den Goldpreis auf sein aktuelles Niveau getrieben. Sollten diese Sorgen erneut aufflammen, wird Gold nützlichen Schutz für Portfolios bieten – zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl Aktien als auch Anleihen unter Druck geraten könnten. Betrachtet man die zwölf geopolitischen Risikoereignisse seit der Invasion in Kuwait und dem Ersten Golfkrieg im Jahr 1990, war Gold der widerstandsfähigste sichere Hafen und legte im Monat nach dem jeweiligen Ereignis um 4% zu. US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit entwickeln sich während einem Bärenmarkt bei Aktien tendenziell besser als Gold, nicht jedoch rund um geopolitische Ereignisse.

Anlegerinnen und Anleger sollten jedoch drei Faktoren berücksichtigen, wenn sie über die Höhe einer Goldallokation in ihren Portfolios nachdenken.

Erstens könnte Gold in eine lang anhaltende Phase der Underperformance eintreten, wenn sich die geopolitischen Spannungen abschwächen und die Zentralbanken ihr Bekenntnis zur Preisstabilität erneut bekräftigen – wie wir es in der Vergangenheit bereits erlebt haben.

Zweitens könnte Gold nicht der beste Vermögenswert zur Absicherung gegen Inflation sein, wenn die Inflation stark ansteigt. Es gab nur eine Phase, in der Gold tatsächlich gut als Absicherung gegen Inflation fungierte: während des Stagflationsjahrzehnts der 1970er Jahre. Nach der Ölkrise von 1973 stiegen die Brent-Ölpreise im Januar 1974 um 240% und lösten einen Inflationsschock, einen Bärenmarkt und eine Rezession aus. Zwischen 1974 und 1982 lag die US-Inflation im Jahresvergleich durchschnittlich bei 8%, und die US-Wirtschaft wies während 40% der Zeit eine Kontraktion auf (ein ISM-Wert unter 50). Gold war bei Weitem der beste Vermögenswert, den man halten konnte, und erzielte einen annualisierten realen Ertrag von 13% (nominal 23%). Gleichzeitig bewegten sich die US-Aktien seitwärts und erzielten einen annualisierten realen Ertrag von durchschnittlich 0%, während Staatsanleihen einen negativen realen Gesamtertrag von annualisiert 2% boten.

In anderen Phasen war die Beziehung zwischen Inflation und Gold unbeständig. So zeigt beispielsweise die Wertentwicklung von Gold im Jahr 2022, als es einen Ertrag von 0% erzielte, dass es Anlegerinnen und Anleger nicht immer schützt, wenn die Inflation sprunghaft ansteigt. Man könnte natürlich argumentieren, dass diese Wertentwicklung besser war als jene von Aktien und Anleihen, die einen negativen Ertrag von 18% bzw. 20% boten. Doch stehen Anlegerinnen und Anlegern heute andere Instrumente zur Verfügung, die nach unserer Auffassung nicht nur einen verlässlicheren Schutz gegen Inflation bieten, sondern auch beträchtliche jährliche Renditen, so zum Beispiel Anlagen in den Bereichen Transport und Kerninfrastruktur.

Der dritte Grund, eine Allokation in Gold sorgfältig abzuwägen, ist die Volatilität. In den vergangenen zehn Jahren war die realisierte Volatilität von Gold doppelt so hoch wie die von US-Staatsanleihen und sogar höher als die von US-Aktien. Gold sollte daher nicht als vollständiger Ersatz für Anleihen in einem Portfolio betrachtet werden. Und wenn der Markt eine nachfragebedingte Rezession befürchtet, dürften Kernanleihen Gold deutlich übertreffen.

Fazit

Wie man sieht, ist Gold möglicherweise kein verlässlicher Ersatz für Kernanleihen, und seine historische Wertentwicklung in Phasen hoher Inflation war uneinheitlich. Dennoch bietet es weiterhin nützliche Diversifikationsvorteile in einer Phase erhöhter geopolitischer und inflationsbezogener Risiken, die sowohl Aktien- als auch Anleihekurse unter Druck setzen können. Zusammen mit anderen Vermögenswerten zur Absicherung gegen Inflation, wie Anlagen in den Bereichen Kerninfrastruktur und Transport, verdient Gold daher seinen Platz in Portfolios – aufgrund des Schutzes, den es gegen diese modernen Extremrisiken bietet.

1 Basierend auf Daten der EZB. In jüngster Zeit haben nicht nur Schwellenländer, sondern auch europäische Länder wie Polen und Ungarn Gold gekauft. Zahlreiche Länder haben ihre Goldbestände seit 2019 deutlich erhöht, darunter die Tschechische Republik (+418%) und die Vereinigten Arabischen Emirate (+240%). Weitere deutliche Anstiege verzeichnen Ägypten (+59%), die Türkei (+54%) sowie Thailand und der Irak (jeweils +52%), wie aus IWF‑Daten hervorgeht. 
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